Nierenschmerzen – ein häufiges Leiden

Nierenschmerzen

Nierenschmerzen können viele Ursachen haben

Die Nieren sind dafür zuständig den Harn zu bilden und für die Reinigung des Blutes zu sorgen. Somit übernehmen sie eine bedeutsame Rolle für den menschlichen Organismus. Liegt jedoch eine pathologische Störung der Nierenfunktion vor, können eine Überbelastung oder Schädigung der Niere dafür verantwortlich sein. Meist geht die Einschränkung der Nierenfunktion mit dumpf drückenden Schmerzen, die oftmals über den Rücken ausstrahlen, einher – den Nierenschmerzen.
Diese Schmerzen sind meist sehr heimtückisch und können jeden Menschen, egal in welche Alter, heimsuchen. Was allerdings die verschiedenen Studien zu diesem Thema zeigen, ist die Tatsache, dass ein etwas größerer Anteil von Frauen davon betroffen ist als Männer.

Wie unsere Nieren arbeiten

Nephrone, so nennt man die Untereinheiten der Niere, die sich aus dem Nierenkörperchen und einem „Rohrsystem“ zusammensetzen. Die über 11cm langen bohnenförmigen Organe liegen neben der Wirbelsäule etwa in Höhe der untersten Rippen. Umgeben werden sie von einer Fettschicht, die ihnen einen gewissen Schutz bietet. Auf ihnen findet man die Nebennieren, die für die Produktion einiger Hormone verantwortlich sind. Die Nieren übernehmen wichtige Aufgaben im menschlichem Körper. Sie sind für die Bildung des Harnes unerlässlich. Die Nieren sorgen dafür,

  • dass Endprodukte von Stoffwechselvorgängen und andere Toxine ausgeschieden werden.
  • Sie reinigen das Blut, indem sie wie Filter wirken und fungieren somit bei der Regulation des Säure-Basen-Haushalts und des Elektrolytenhaushalts als Regulator.
  • Neben der Ausscheidung von Harnstoff, Kreatinin und Harnsäure sind die Nieren auch an der Bildung von Hormonen beteiligt.
  • Sie produzieren das Hormon Erythropoetin, was zur Folge hat, dass mehr rote Blutkörperchen gebildet werden und der Sauerstoffgehalt ansteigt.
  • Außerdem bilden sie den Botenstoff Renin, der bei der Regulation des Blutdrucks mitwirkt.

Bei verschiedenster Störungen der Nieren kann es zu Nierenschmerzen kommen.

Ursachen für Nierenschmerzen

Die Ursachen für Nierenschmerzen können vielfältig sein. Oftmals werden Nierenschmerzen mit Rückenschmerzen verwechselt, da Nierenschmerzen bis in die Rückengegend oder den Bachraum ausstrahlen und sich schlecht lokalisieren lassen. Der Unterschied zu Rückenschmerzen ist, dass Nierenschmerzen eher krampfartig auftreten und sich die Intensität durch Bewegungen nicht verändern lässt. Hinter diesen Schmerzen können sich ernstzunehmende Erkrankungen verstecken und gerade deshalb ist es wichtig bei Schmerzen in der Nierengegend einen Arzt aufzusuchen. Meist jedoch beruhen Nierenschmerzen auf einer Ursache, die sich nach einem frühzeitigen Arztbesuch gut behandeln lässt.

  • Die wohl häufigste Ursache ist die Nierenbeckenentzündung, von welcher zum größten Teil Frauen betroffen sind. Die Pyelonephritis, wie sie in der Fachsprache heißt, wird meist durch Bakterien verursacht. Öfters resultiert sie aus einer Blasenentzündung, wodurch Bakterien von der Blase über den Harnleiter in das Nierenbecken gelangen.
  • Wird zu wenig getrunken, sich zu wenig bewegt oder liegt eine falsche Ernährungsweise zugrunde, können sich Nierensteine bilden. Diese können ebenfalls zu Nierenschmerzen führen. Vor allem der übermäßige Konsum von Milchprodukten oder Fleisch stellt ein Risikofaktor für Nierensteine dar.
  • Eine Entzündung der Nierenkörperchen, die aus einer vorausgegangenen Krankheit oder einer Medikamenteneinnahme resultiert, sowie Zysten und Nierentumore können sich durch Schmerzen in der Nierengegend bemerkbar machen.
  • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) oder ein zu hoher Blutdruck können Störungen und somit Schmerzen der Nieren auslösen.
  • Außerdem kann eine Nierenkolik für Beschwerden verantwortlich sein. Sie wird durch Nierensteine oder Nierengries verursacht und es treten plötzlich starke Schmerzen auf, die schlimmstenfalls noch Herzprobleme oder Erbrechen bedingen. Ihre Ursache kann nur langsam beseitigt werden, weshalb in solchen Fällen zunächst einmal ein Schmerzmittel verabreicht wird. Indikatoren für ein Auftreten der Nierenkolik sind Symptome wie Übelkeit, Appetitlosigkeit oder Fieber.
  • Auch kann eine Niereninsuffizienz hinter den Problemen stecken. Dabei liegt eine Unterfunktion einer oder beider Nieren vor, was Schmerzen verursacht, da Gifte nicht schnell genug abtransportiert werden können. Symptome sind beispielsweise Fieber, Krampfanfälle oder Ödeme.

Chronisches Nierenversagen durch vorausgegangene Erkrankungen oder akutes Nierenversagen durch Verbrennungen, Nierensteine oder fehlerhafte Gefäßregulationen sollten umgehend von einem Arzt behandelt werden. Allgemein sollte man bei Verdacht von Nierenschmerzen den Weg zum Arzt nicht scheuen.

Ab und zu treten Schmerzen im Bereich der Nieren auch bei der monatlichen Regelblutung der Frau auf.

Nierenschmerzen Symptome

Die Symptome bei vorliegender Nierenerkrankung sind unterschiedlich.

  • Häufig sind jedoch die Schmerzen in der Nierengegend, die sich meist durch dumpf drückend und ausstrahlende Schmerzen bemerkbar machen, typisch für Erkrankungen der Nieren.
  • Neben den drückenden Schmerzen treten bei einigen Nierenerkrankungen Krämpfe im Bereichen des Bauches, Rückens und Unterleibs auf.
  • Fieber, Erbrechen, Schüttelfrost sind oftmals bei Infektionen der Nieren wie der Nierenbeckenentzündung zu beobachten. Begleitet werden Nierenschmerzen häufig auch von Harndrang, was bei Infektionen immer wieder der Fall ist oder dem genauem Gegenteil, dem Urinstau. Dieser tritt überwiegend bei Nierensteinen auf.
  • Daneben ist es möglich, dass Blut im Urin zu sehen ist, Durchfall oder Schwindel auftritt. Liegt eine Störung der Nieren schon länger vor sind Wassereinlagerungen in den Beinen, ein hoher Blutdruck oder eine Blutarmut möglich.

Behandlung und Vorbeugung

Behandelt werden Nierenschmerzen nach ihrer Ursache.

  • So werden Nierenschmerzen, die wegen einer Entzündung aufgetreten sind, oft mit Antibiotikum behandelt.
  • Bei Nierenkarzinome werden oft Operationen und nachfolgende Strahlentherapien angewendet.
  • Nierensteine bedürfen meist einer Änderung der Lebensweise und/ oder eine Behandlung mit Ultraschall, seltener werden Nierensteine operiert.
  • Daneben werden krampfartige Schmerzen mit einem krampflösendem und schmerzlinderndem Medikament gelindert.
  • Ist die Niere nicht mehr in der Lage Schadstoffe und Abfallprodukte zu filtern und somit das Blut zu reinigen, kann eine Dialyse notwendig sein. Hierbei übernimmt ein Gerät die Funktion der Niere. Trotzdem brauchen Menschen, die auf eine Dialyse angewiesen sind langfristig ein Nierentransplantat.

Vorbeugend oder zusätzlich zu der vom Arzt vorgeschlagenen Behandlung ist es wichtig sich gesund zu ernähren, viel Wasser und ungesüßten Tee zu trinken und sich in der Nierengegend immer warm zu halten.

Nierenschmerzen bei Babys und Kleinkindern

Auch schon in jungen Jahren können Nierenschmerzen auftreten. Statistisch betrachtet passiert das zwar nicht öfter als bei Erwachsenen, erschwerend kommt bei Nierenschmerzen bei Babys und Kleinkindern bezüglich einer Diagnose hinzu, dass die Kleinen die Symptome nicht mitteilen können. Ursache sind hierfür meist Erkältungen oder Infekte im Harnleiter.

Daneben kann es auch zu einer Niereninsuffizienz kommen, die oft plötzlich auftritt und meist spät erkannt wird.

Gerade schwerwiegendere Erkrankungen können zum Problem werden, da Babys keine starken Medikamente vertragen können.

Nierenschmerzen in der Schwangerschaft

Besonders während der Schwangerschaft sind Frauen besonders anfällig für Schmerzen. Treten sie in den Nieren auf, so ist dafür meist der Embryo verantwortlich, da er auf die Nieren oder die Harnleiter drückt. Solch eine mechanische Ursache kann relativ leicht beseitigt werden, indem man sich hinkniet oder einen Buckel macht. Doch vor allem gegen Ende der Schwangerschaft wird die Fruchtblase derart stark anwachsen, dass sie eventuell konstant auf die Niere drückt.

Auch hier dürfen keine intensiv wirkenden Medikamente wie Schmerzmittel eingesetzt werden, da sie das Kind schädigen würden. Dann schaffen bekömmliche Hausmittel Abhilfe.

Hausmittel und natürliche Wirkstoffe gegen Nierenschmerzen

Ist das Kind auf dem Weg oder selbst erkrankt, lassen sich die Schmerzen auch auf natürliche Art und Weise lindern. Wer überhaupt lieber auf chemische Produkte verzichtet, kann die Niere auch zunächst einmal mit Hausmitteln heilen, wovon jedoch bei starken und lange anhaltenden Beschwerden abgeraten wird.

Für diesen Zweck hat sich Wärme bewährt. Dazu wird einfach ein Tuch oder ein spezielles Körnerkissen um die entsprechende Stelle gelegt. Daneben kann man noch ein Heublumensäckchen verwenden, das zusätzlich heilende ätherische Öle verströmt. Außerdem lindern ebenfalls Leinsamen die Schmerzen. Sie können dazu in Wasser erwärmt und dann auf die Haut gelegt werden. Auch Tees wie Nierentee oder Löwenzahn-Tee wirken sich positiv auf Nierenprobleme aus, da sie den Körper dabei unterstützen, Bakterien aus zu schwämmen.

Vor allem gegen Nierensteine wird eine Therapie mit Zitronensaft unterstützt. Er hilft diese zu beseitigen und wird dafür bis zu drei mal am Tag eingenommen. Einen ähnlichen Effekt erzielen die Samen der Wassermelone. Sie spülen die toxischen Stoffe aus dem Organismus und werden hierzu zerstampft in heißem Wasser aufgelöst. Sobald das Gemisch knapp zehn Minuten gezogen ist, wird es gesiebt und dann getrunken. Auch die Samen des Sellerie versprechen Linderung bei Nierenschmerzen. Sie wirken nämlich ausgezeichnet gegen Infektionen. Bei einer Schwangerschaft sollten sie allerdings nicht eingesetzt werden. Die Petersilie ist besonders für ihre harntreibenden und entzündungshemmenden Effekt bekannt und lindert so ebenfalls solche Beschwerden. Hierzu wird sie in Wasser gekocht und dann konsumiert.

Der Kohl gilt vielen als eines der gesündesten Lebensmittel überhaupt. Doch nicht nur als Speise entfaltet er seine gesunde Wirkung, sondern kann er sogar als Wickel den Körper bei der Heilung unterstützen. Und das geht so: Die Blätter schneiden, kochen, abgießen und dann in ein Tuch gewickelt auf die entsprechende Stelle legen. Auch die Wurzeln des Eibisch senken Entzündungen im Bereich der Nieren. Allerdings müssen sie hierzu mit knapp fünf Stunden besonders lange in heißem Wasser ziehen. Der Sud wird dann nach und nach innerhalb des Tages getrunken. Die Pflanze lässt sich daneben selbst zu Tee verarbeiten. Hierzu muss die Wurzel ungefähr 10 Minuten in heißes Wasser gelegt werden. Weitere Stoffe, die sich gegen Nierenschmerzen bewährt haben, sind u.a. Wegerich, Bärentraube, Salbei oder Senfpflaster. Darüber hinaus hilft es, sehr viel zu trinken, da hierdurch Gift heraus gespült wird. Auch ein Bad linder die Schmerzen, da es die entsprechenden Stellen wärmt. Prophylaktisch wirkt ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung mit viel Gemüse und Obst. Wunder darf man bei diesen natürlichen Wirkstoffen jedoch nicht erwarten. Eine Heilung stellt sich meist erst nach einigen Tagen oder Wochen ein.